Einleitung

In den circa 3.500 deutschen Wach- und Sicherheitsunternehmen arbeiten knapp 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie leisten, so der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS), der Dachverband der Branche, einen wichtigen Beitrag für die innere Sicherheit des Landes.

Und in der Tat, die Wachmänner und -frauen bewachen und schützen privates Eigentum ebenso, wie öffentliche Gebäude und Einrichtungen. Das reicht von einfachen Bürotrakten unterschiedlichster Bestimmung über militärische Liegenschaften bis hin zu höchstsensiblen Bereichen wie Kernkraftwerken. Die Türsteher der angesagten Szenediscos in Düsseldorf, München oder Berlin zählen zu dieser Branche, und auch die meist schwer bewaffneten Geldtransportbegleiter. In jüngerer Zeit werden zudem immer mehr private Wohnanlagen kontinuierlich von privaten Sicherheitsdiensten direkt kontrolliert oder fernüberwacht. Rund um die Uhr, wenn es sein muss, und 365 Tage im Jahr.

Unter Bewachung versteht man landläufig den Schutz von Gebäuden, Gegenständen oder Personen vor unbefugten äußeren Einflüssen. Der Duden nennt als Synonyme das Beschirmen und Behüten.

Gewerbsmäßige Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen bedarf einer Erlaubnis, meist auch einer Ausbildung sowie besonderer persönlicher Voraussetzungen: Fähigkeiten, Eigenschaften und Kenntnisse. Wegen ihrer oftmals schwarzen Uniformen werden Mitarbeiter privater Sicherheitsunternehmen gern auch als "Schwarze Sheriffs" bezeichnet.

Das Wach- und Schließgeschäft gehört zu den ältesten Gewerben dieser Welt. Schon die Kaiser im historischen Rom ließen sich von einer speziellen Leibgarde schützen. Diese Prätorianer rekrutierten sich nach neueren Erkenntnissen von Historikern ob ihres Mutes und ihrer Zuverlässigkeit recht gern aus großgewachsenen kräftigen Germanen.

Im Mittelalter dann verfügte jeder Marktflecken über einen Nachtwächter. Der bewachte - meist mit Horn, Funzel und Hellebarde ausgestattet - den Schlaf der gerechten Bürger vor Feuersbrunst und Frevel jeglicher Art. Nächtliche Unholde verwies er meist recht barsch von der Straße oder nahm sie gar in Gewahrsam. Im Spritzenhaus der Ortsfeuerwehr. So zumindest tritt er uns Heutigen in historischen Erzählungen und Gemälden entgegen. Als ziseliert geschnitztes und liebevoll lackiertes Holzwerk es ist er selbst den Kleinsten auch heute noch bekannt. Der historische Nachtwächter als "Rauchermannl", als Räuchermännchen, gehört seit Jahrzehnten, ja Jahrhunderten zu den Verkaufsschlagern weihnachtlicher Erzgebirgsschnitzerei.

Gelegentlich bringt es ein Wachmann heutzutage auch einmal in einer der unzähligen kriminalistischen Fernsehserien Fäuste schwingend zum Heldentum, oder räumt wie gerade ganz aktuell im Kino der "Kaufhaus-Cop" mit Übeltätern auf.

Bei aller Verklärung, Nostalgie und Romantik ist das Wach- und Sicherheitsgewerbe heute ein technisch hoch gerüsteter Zweig der modernen Dienstleistungsgesellschaft. Computergestützte Zugangs- und Überwachungssysteme haben vielfach den Platz gemütlicher Türsteher eingenommen und die Fachkräfte sitzen an flimmernden Monitoranlagen, um im Falle eines Falles eingreifen zu können. Manchem Zeitgenossen ist mittlerweile die Bewachung und Überwachung schon zu allgegenwärtig und geht viel zu weit, andere rufen nach mehr Sicherheit, sei es in öffentlichen Nahverkehrsmitteln, auf Plätzen oder in öffentlichen Parks und Anlagen. Diese oft politisch gefärbten Diskussionen machen den Job der Wach- und Sicherdienste nicht einfacher. Bei ihnen geht es schlichtweg darum, im Auftrag der jeweiligen Besitzer, Verantwortlichen oder Betroffenen einen professionellen Job zu machen. Um dies allzeit zu können, müssen sie nicht nur über vielfältige Qualifikationen verfügen, sondern diese gegebenenfalls auch in Eignungsprüfungen nachweisen. Zudem sind eine ganze Reihe weitere gesetzlicher Auflage zu erfüllen. Gefragt sind von den Mitarbeitern eines Wach- und Sicherheitsdienstes vor allem Besonnenheit und Disziplin ebenso, wie Engagement und persönliche Einsatzbereitschaft. Um ihrem hohen Anspruch als Fachfirmen für Sicherheit auch nach außen hin deutlich zu machen, lassen sich viele Betriebe mittlerweile auch zertifizieren.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.Bewachung.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!